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Forschungsschwerpunkt
Natur - Gesellschaft - Visualität
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 Forscherinnen und Forscher des Schwerpunkts:
 Hester, David Nöthen, Eva Schlottmann, Antje Sperber, Thomas Wucherpfennig, Claudia |
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Im Fokus unseres theorieorientierten Forschungsschwerpunkts zum Verhältnis von Gesellschaft und Natur steht die in der deutschsprachigen Geographie bisher wenig diskutierte Bedeutung visueller Kommunikation.
Im Anschluss an praxis- und diskurstheoretische sowie (leib)phänomenologische Denktraditionen entwickeln wir humangeographische Ansätze für die Konzeption des Visuellen und wenden sie auf verschiedene Komplexe des Gesellschaft-Natur-Verhältnisses und dessen Konstruktionsmodi an. Visuelle Wahrnehmung verstehen wir dabei als konstitutive, ästhetisch informierte und sozial eingebundene Vollzugsform. Bilder begreifen wir entsprechend als Artikulationsweisen, die gesellschaftliche Wirklichkeit weniger abbilden denn hervorbrin-gen. In Verbindung mit anschlussfähigen performativen Konzepten von Raum (Umwelt, Landschaft), Natur und insbesondere Körperlichkeit entsteht eine spezifisch geographische Perspektive, die sich nicht über bildlich dargestellte "geographische Objekte“, sondern viel-mehr über gesellschaftlich konditionierte, routinisierte und disziplinierte Sehweisen und Sichtbarkeiten definiert.
Unser Forschungsschwerpunkt Gesellschaft – Natur – Visualität ist eng mit jüngeren bildtheoretischen Arbeiten v.a. aus Philosophie, Soziologie und den Kunst- und Medienwissenschaften vernetzt. Er umfasst derzeit zwei Themenbereiche:
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Artikulation von Gesellschaft-Natur-Verhältnissen in Bildmedien In einer Reihe von theoriegeleiteten empirischen Arbeiten untersuchen wir die Konstitution von Gesellschaft-Natur-Verhältnissen in und durch Bildmedien im Rahmen folgender pro-jektbezogener Fragestellungen:
- Wie werden Stadt- und Naturlandschaften in Musikvideos und Spielfilmen inszeniert und mit spezifischen Körperbildern und Identitäten verknüpft?
- Welche Zusammenhänge bestehen zwischen naturräumlich codierten Arrangements in Werbebildern für Fahrzeug-, Kommunikations- oder Bekleidungstechnologie und sozialen Bedürfnislagen nach körperlichem Erleben?
- Welche Verhältnisse zwischen natürlichen Prozessen und menschlichem/gesellschaftlichem Handeln artikulieren sich in Medienkampagnen zum rezenten Klimawandel und zu "Naturkatastrophen"? Welche Handlungs- und Identifikationsange-bote stellen sie bereit?
- Wie werden durch den medialen Blick auf Gesellschaft-Natur-Verhältnisse zeitgenössische Natur-, Technik- und Menschenbilder normiert?
- Wie prägen tradierte und selbstverständlich gewordene Ansichten von Natur und Land-schaft den gesellschaftlichen (programmatischen und praktischen) Umgang mit Natur und Landschaft?
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Bedeutung visueller Medien für die Ausbildung von Alltagsvorstellungen In einem zweiten, didaktisch orientierten Themenbereich untersuchen wir die Bedeutung visueller Medien für die Entwicklung umwelt- und raumbezogener Alltagsvorstellungen von SchülerInnen und Studierenden. Unser Interesse richtet sich auf die Erfassung von themenbezogenen LernerInnen-Perspektiven im Zusammenhang mit der Aneignung von Bildern und Texten in Unterricht und Freizeit. Ins Blickfeld rücken somit die Inhalte wie der Gebrauch von populären und bildungsbezogenen Medien. Theoretisch-konzeptionell knüpfen wir an jüngste Ergebnisse aus der Lehr-/Lern- und conceptual change-Forschung an, in denen die Bedeutsamkeit von subjektiven Theorien für die Ausbildung von gegenstands- und problembezoge-nem Wissen und insbesondere auch von Handlungs- u. Wirksamkeitswissen betont wird. Zugleich gehen wir über diese konstruktivistisch geprägte Perspektive hinaus, indem wir unter Rückgriff auf praxis- und performativitätstheoretische Ansätze auch machtdurchdrungene Prozesse der Konstitution von Subjekten betrachten. Auch hier geht es uns in rekonstruktiv-analytischer Hinsicht um Sag- und Sichtbarkeitsverhältnisse in je spezifischen gesellschaftlichen Kontexten. In konstruktiv-programmatischer Hinsicht ist unser Ziel, LehrerInnen und Lehramts-Studierende zu einem kritisch-reflexiven Umgang mit Bildlichkeit im (Geographie)Unterricht anzuleiten. |
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geändert am 03. Februar 2011 E-Mail: Webmasteralban@em.uni-frankfurt.de
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