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Forschungsprojekt
Landschaftsästhetik und die Nutzung der Windenergie
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| Leitung: |
Prof. Dr. Jürgen Hasse |


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| Bearbeitung: |
Prof. Dr. Jürgen Hasse / Dr. Werner Bischoff |
| Förderung: |
Land Hessen |
| Dauer: |
Zur Fortsetzung |
Veröffentlichungen: (Auswahl) |
- Jürgen Hasse (2004/5): Windkraftanlagen: Wenn landschaftliche >Schönheit< zum Problem wird. In: Land-Berichte Nr. 12 (Jahrgg. VII), H. 1/2004, S. 68-82. In Auszügen wiederveröffentlicht in: Ländlicher Raum, H. 1/2005, S. 41-44.
- Jürgen Hasse (2003): Der Einfluß von Windkraftanlagen auf den Verkehrswert bebauter Wohngrundstücke. In: Allgemeine Immobilien-Zeitung, H. 08/2003, S. 27-31.
- Jürgen Hasse (1999): Bildstörung. Windenergie und Landschaftsästhetik. Wahrnehmungsgeographische Studien zur Regionalentwicklung, Heft 18, Oldenburg, 328 Seiten.
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| Kurzbeschreibung |
| Die Nutzung der Windenergie erzeugt mit der räumlichen Verdichtung sog. Wind-„Parks“ ein Legitimationsproblem, dessen Lösung immer größere und schwerwiegendere Probleme aufwirft. Das Projekt untersucht (politische und lobbyistische) Durchsetzungs- wie (basisdemokratische) Verweigerungsstrategien. |
| Projektbeschreibung |
Von der Nutzung der (regenerativen) Wind-Energie sind fast ausschließlich die Bewohner ländlicher i.d.R. strukturschwacher Räume betroffen. Diese Errichtung von Windkraftanlagen führt zu einem einschneidenden landschaftsphysiognomischen Wandel. In der relativ kurzen Zeit von rd. 15 Jahren ist der ländliche vor allem agrarisch geprägte Raum seit Beginn der 1990er Jahre durch eine großformatige Technikstruktur überformt worden. Während in der ersten Phase des Nutzungsbooms kleine Anlagen mit Nabenhöhen von rd. 40 m und Rotor-Ø von rd. 30 m errichtet wurden, werden in der Gegenwart Bauhöhen realisiert, die nicht selten die 130 m-Grenze erreichen. Technische Großartefakte dieser Art verändern den ländlichen (Freizeit- und Erholungs-) Raum nicht nur zu einer Windenergie-Industrie-Landschaft. Sie verändern damit auch die Lebens- und Aufenthaltsqualität im ländlichen Raum nachhaltig. Immissionen (Lärm, Schattenwurf, Bewegungssuggestion, Infraschall und periodische Lichtblitze von der flugsicherungsbedingten Nachtbefeuerung großer Anlagen) provozieren einen nachhaltigen Bürgerprotest und in der Folge eine steigende Zahl von Klagen, die von der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Prozessen entschieden werden müssen, die auf dem Instanzenweg lange Zeit in Anspruch nehmen. Als Folge besonders starker Beeinträchtigungen der Lebensqualität sinken die Bodenpreise bebauter (Wohn-) Immobilien. Darin besteht ein weiterer Anlaß für juristische Auseinandersetzungen zwischen betroffenen Grundstückseigentümern und dem (Steuer-) Staat. Der öffentliche Belang der (baurechtlich privilegierten) Nutzung der Windenergie kommt in der Frage der Landschaftsverträglichkeit von Windparks zunehmend mit einem anderen, nun aber konkurrierenden öffentlichen Belang in Konflikt dem des Naturschutzes (Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft). Das Projekt verfolgt das Ziel, die durch die Nutzung der Windenergie evozierten Konflikte zu analysieren. Die Fragestellungen werden besonders auf zwei Strängen verfolgt: (a) zum einen sind die Strategien der Durchsetzung von Standorten gegen die regional betroffene Bevölkerung von Interesse. Zum anderen (b) ist es die lebensweltliche Perspektive der Betroffenen, die in den Forschungsmittelpunkt rückt, um Aussagen darüber präzisieren zu können, wie die nachhaltig beeinträchtigenden Wirkungen, die von Windkraftanlagen ausgehen, von Betroffenen erlebt werden. In beiden Konflikt-Strängen kommen dabei auch Organisationsformen der Durchsetzung ökonomischer Interessen wie der Abwehr struktureller Benachteiligung in den Blick. Theoretischer Bezugspunkt ist die Diskursanalyse, mit deren Hilfe die Durchsetzung bestimmter (ideologischer) Rationalitäten ?regenerativer Energiepolitiken? ebenso rekonstruiert werden können wie die (historischen Wandlungen der) Argumentation der Rechtsprechung. Zum anderen kommen Methoden Qualitativer Interviews zum Einsatz, um (im Verbund mit der Phänomenologie) aus der subjektiven Erlebnisperspektive konkretisieren zu können, was es heißt, von Immissionen betroffen zu sein. |
geändert am 31. März 2008 E-Mail: Webmasteralban@em.uni-frankfurt.de
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