Sicherheit ist in den vergangenen Jahren zu einem konstitutiven Element von Stadtentwicklung geworden. Die Zahl an „gated communities“ nimmt weltweit zu, auch in Deutschland steigt die Bedeutung von Sicherheitsinfrastrukturmaßnahmen im Wohnungsbau. Europaweit deutet sich eine Ausweitung der Strafbarkeitsvoraussetzungen auch auf Bagatelldelikte an. Technische Überwachungsmaßnahmen nehmen zu, durch welche „abweichendes“ Handeln im strafrechtlichen Vorfeld erfasst werden soll. Inspiriert von den USA verlagern viele Länder die Zuständigkeit für Kriminalprävention auf Kreise und Gemeinden (Kommunale Kriminalprävention). Auch US-amerikanische Konzepte der „kriminalpräventiven Siedlungsgestaltung“ wie defensible space finden eine wachsende Zahl von Anhängern unter europäischen Kommunal- und Sicherheitspolitikern. Gleichzeitig übertragen Staat und Kommunen mehr und mehr Aufgaben der Sicherheitsgewährleistung auf privatwirtschaftliche Akteure.
Die laufenden Projekte (DFG, VW, BMJ u.a.) setzen im weitesten Sinne an der räumlichen Dimension städtischer (Un-)Sicherheiten an. Neben anwendungsorientierten Studien v.a. im Rhein-Main-Gebiet, Arbeiten zum Zusammenhang von Sicherheit und Wohnen (gated communities, doormen-Konzepte u.a.) steht dabei die Analyse der diskursiven Verschränkung von Unsicherheit, Kriminalität und (Stadt-)Raum im Zentrum der Arbeiten.
Diskurs - Stadt - Kriminalität. Städtische (Un-)Sicherheiten aus der Perspektive von Stadtforschung und kritischer Kriminalgeographie. Bielefeld 2005 (transcript-Verlag) (Hrsg., mit G. Glasze und M. Rolfes) abstract