Dissertationsprojekt
Gemeinschaftsgärten in Berlin. Eine qualitative Untersuchung zu Potenzialen und Risiken bürgerschaftlichen Engagements im Grünflächenbereich vor dem Hintergrund des Wandels von Staat und Planung.
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| Leitung: |
Marit Rosol |

Fragestellung und Kontext Vorgehensweise und Methoden Fallbeispiele
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| Bearbeitung: |
Marit Rosol |
| Förderung: |
DFG (Graduiertenkolleg 780 “Stadtökologische Perspektiven einer europäischen Metropole - das Beispiel Berlin”), Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre |
| Dauer: |
2002-2006 |
| Veröffentlichungen: |
- ROSOL, Marit (2006): Gemeinschaftsgärten in Berlin. Eine qualitative Untersuchung zu Potenzialen und Risiken bürgerschaftlichen Engagements im Grünflächenbereich vor dem Hintergrund des Wandels von Staat und Planung. Dissertationsschrift am Geo¬graphischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. Mensch & Buch Verlag, Berlin.
- ROSOL, Marit (2005): Community Gardens – A potential for stagnating and shrinking cities? Examples from Berlin. In: Die Erde, 136. Jg. (Heft 2/2005). Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Berlin: 23-36.
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| Kurzbeschreibung |
| Gemeinschaftsgärten werden in der Dissertation als ein neuer Freiraumtyp vorgestellt und im Kontext aktueller Tendenzen der Freiraumpolitik, der Forschungen zum bürgerschaftlichen Engagement sowie dem Wandel von Staat und Planung analysiert. |
| Projektbeschreibung |
anker
Fragestellung und Kontext: Die zentrale Frage dabei lautet, inwiefern bürgerschaftliches Engagement im Rahmen von Gemeinschaftsgärten zur Lösung der Krise im öffentlichen Grünflächensektor beitragen kann. Hintergrund dieser Fragestellung ist die durch finanzielle Kürzungen der kommunalen Haushalte hervorgerufene Krise des öffentlichen Stadtgrüns. Damit einher gehen Aufrufe an BewohnerInnen, einen größeren Anteil an der Bereitstellung von öffentlichem Grün selbst zu erbringen.
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Vorgehensweise und Methoden: Zur Beantwortung dieser Fragestellung dienen empirische, qualitative Methoden, insbesondere problemzentrierte Interviews mit VertreterInnen der relevanten Akteursgruppen. Gemeinschaftsgärten werden anhand von neun Berliner Fallbeispielen umfassend charakterisiert. Motive und Ziele der relevanten AkteurInnen werden ebenso wie Potenziale, Schwierigkeiten und Risiken herausgearbeitet und Handlungsempfehlungen abgeleitet
anker
Ergebnisse: Gemeinschaftsgärten unterscheiden sich von anderen Freiraumtypen weniger in ihrem Erscheinungsbild – wenngleich auch dies der Fall ist – als durch die Art und Weise ihrer Produktion und ihres Betriebs. So kennzeichnet alle Gemeinschaftsgärten, dass sie gemeinschaftlich und überwiegend unentgeltlich gepflegt werden und einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Aus der Empirie heraus wurden im Rahmen dieser Arbeit drei Typen von Gemeinschaftsgärten bestimmt: ‚Nachbarschaftsgärten’ (welche sich an die unmittelbare Umgebung richten)‚ ‚Thematische Gärten’ (bei denen ein Thema bzw. eine spezifische Zielgruppe im Mittelpunkt steht) sowie ‚Thematische Nachbarschaftsgärten’ (welche sowohl ein Thema fokussieren als auch die unmittelbare Nachbarschaft). Es gibt nicht ein Entstehungsmodell für alle Gärten, sondern es finden sich unterschiedliche Grade von Selbstorganisation und Begleitung ‚von außen’. Aus den empirisch ermittelten 13 Motiven für ein Engagement konnten drei Motivationstypen gebildet werden: Die ‚gärtnerisch Motivierten’ fühlen sich von der konkreten Tätigkeit des Gärtnerns angesprochen. ‚Die durch die gesellschaftlichen Freiräume Motivierten’ sind hingegen durch den kreativen Freiraum der Projekte motiviert. Eine dritte Gruppe kann keine genaue Motivation mehr benennen, fühlt sich jedoch durch ihre jahrelangen Aktivitäten im Projekt sehr stark mit diesem verbunden. Die Wirkungen, Potenziale und Risiken von Gemeinschaftsgärten finden sich auf persönlicher Ebene ebenso wie auf Projekt-, Quartiers- und gesellschaftlicher Ebene, im ökologischen, sozialen, ökonomischen ebenso wie im politischen und städtebaulichen Bereich. Gemeinschaftsgärten können ein sowohl für die engagierten BewohnerInnen als auch für die Kommune zufriedenstellendes Modell der Schaffung von Grünflächen sein. Für die BewohnerInnen verbessert sich die Grünversorgung und es bieten sich erweiterte Aneignungsmöglichkeiten gegenüber herkömmlichen Parks und Kleingärten. Für die Verwaltung zählt, dass mit minimalem finanziellen Aufwand unansehnliche Brachen begrünt und nutzbar gemacht werden können. Damit bieten Gemeinschaftsgärten insbesondere für Städte mit vielen ungenutzten Brachflächen Potenziale. Sie stellen eine funktionale und qualitative Ergänzung anderer Freiräume dar. Sie können diese jedoch nicht ersetzen. Die Arbeit zeigt, dass durch bürgerschaftliches Engagement im Grünflächensektor ein attraktives Zusatzange¬bot geschaffen wird, eine finanzielle Entlastung der Kommunen jedoch weder eintritt noch erwartet werden darf. |
geändert am 27. Oktober 2007 E-Mail: Webmasteralban@em.uni-frankfurt.de
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