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Regionale Kompetenz 

II. International Summer School „Real Estate Market Research“

16. - 28. August 2010

Seit den 1980er Jahren ist die Immobilienwirtschaft großen Veränderungen unterworfen gewesen: Deindustrialisierung und Tertiärisierung schufen eine vielfältige Landkarte immobilienwirtschaftlicher Standorte; Märkte und Akteure sind internationaler geworden. Immobilien unterlagen einer „Entemotionalisierung“ und bilden heute aufgrund einer Vielzahl von neuen Finanz- und Anlageinstrumenten eine eigene Anlagekategorie. Die aktuellen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten wirken direkt auf die Finanzanlage Immobilie; mehr noch, beide Märkte – Finanz- und Immobilienmarkt – sind eng miteinander verwoben und bedingen sich so gegenseitig.

Der Immobilienmarkt ist also dynamischer geworden. Welche städtischen Standorte bieten noch interessante Anlagemöglichkeiten? Dazu sind Informationen über wichtige Kennzahlen wie die Höhe von Mieten, Leerstandsraten, Umschlagszahlen, Renditen etc. notwendig; kurz: Informationen über regionalökonomische Bedingungen von Standorten und Produktklassen sowie ihre Renditen im Vergleich. Vermehrte Marktmöglichkeiten gehen insofern mit einem gestiegenen Bedarf an Informationen über Märkte und Standorte einher. Um die Vielzahl von Informationen aus- und bewerten zu können, d.h. Möglichkeiten der Immobilienmärkte einschätzen und nutzen zu können, besteht ein enormer Bedarf an vertrauenswürdigen und aussagekräftigen Marktanalysen.

Damit einhergehend haben sich die Anforderungen in den immobilienwirtschaftlichen Arbeitsfeldern gewandelt. Insbesondere Markt- und Standortanalysen, Finanzierungselemente und -strategien, Immobilienbewertung und Facility-Management werden immer professioneller. Marktanalysen werden unterdessen nicht mehr ausdrücklich nur in Maklerhäusern erstellt. Inzwischen verfügen auch die Immobilienabteilungen von Banken und (Rück-)Versicherungen, Kapitalanlagegesellschaften etc. über eigene Research-Abteilungen.

Demzufolge ist der gegenwärtige und zukünftige Arbeitskräftebedarf dieser Industrie groß. Gleichzeitig ist die Ausbildungsinfrastruktur noch immer recht jung und von einer betriebswirtschaftlichen Perspektive geprägt. Im Rahmen der Summer School „Real Estate Market Research“ soll vor allem die Markt- und Standortanalyse als wichtiges Arbeitsfeld von GeographInnen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Es handelt sich um ein traditionsreiches Arbeitsgebiet der GeographInnen, das aber im Zuge der immobilienwirtschaftlichen Professionalisierung auch für andere Berufsgruppen interessant und zugänglich geworden ist. Während die Marktanalysen noch bis Anfang der 1990er Jahre eher auf qualitativen Methoden basierten, haben mit der größeren Konkurrenz unter den Finanzdienstleistungen um institutionelle und private Anleger neue Methoden der Datenerhebung und -auswertung Einzug gehalten. Inzwischen werden quantitative Methoden bzw. ökonometrische Modelle bei der Regionalanalyse standardmäßig eingesetzt. Auf diese Anforderungen will das Ausbildungsprofil der Summer School reagieren.

Weil Immobilien als Finanzprodukte in Form von Immobilienfonds oder Immobilienaktien eine immer wichtigere Rolle spielen, entfaltete auch die Finanzkrise große Wirkung auf dem Immobilien(in¬vestment)markt: Immobilientransaktionen – besonders im Bürosektor – kamen in einigen Ländern fast völlig zum Erliegen. Der dahinterstehenden Logik der Finanzialisierung, d.h. der immer engeren Verzahnung zwischen dem Finanz- und dem Immobilienmarkt, begegnet die Summer School mit einem entsprechenden Lehrangebot.

 

geändert am 25. April 2012  E-Mail: Webmasteralban@em.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 25. April 2012, 07:15
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb11/ifh/summerschool/index.html