Navigationshilfe

Fachbereich 11

Hauptnavigation

Seiteninhalt

English version English version

MoGul-Logo

Untersuchungsgebiete | Untersuchungsmethoden | Luftbildmonitoring

Das Forschungsprojekt MoGul (Großmaßstäbiges Gully-Monitoring in semiariden Landschaften) untersucht Typen, Formenentwicklung und Abhängigkeiten von Gullies sowie die Art und Bedeutung der an Gully-Erosion beteiligten morphologischen Prozesse anhand von Testgebieten entlang eines Transektes von Nordspanien bis Westafrika.

Gullies gehören zu den typischen Formen einer von Bodenerosion schwer betroffenen Landschaft. Sie sind weltweit verbreitet und zählen zu dem von starker Dynamik und hohem Veränderungsgrad gekennzeichneten Formenschatz vorwiegend semiarider und arider Gebiete. Vor allem die Niederschlagsverhältnisse semiarider Klimate begünstigen die Gully-Bildung; sie sind charakterisiert durch zwar insgesamt geringe Niederschlagsmengen, aber eine sehr unregelmäßige raum-zeitliche Verteilung mit zum Teil heftigem Starkregen.

Gully Gorom, Burkina Faso

Gully-Erosion bei Gorom-Gorom in der Sahelzone Burkina Fasos

Gully Freila, Spanien

Gully-Bildung zwischen aufgelassenen beweideten Ackerflächen oberhalb des Stausees von Negratín, Andalusien.

Gleichzeitig bewirkt der in vielen semiariden Landschaften zu beobachtende Landnutzungswandel hin zu extensiveren Nutzungen mit Schafbeweidung statt Ackerbau ein Verringerung der Infiltrationsfähigkeit der Böden und eine Erhöhung des Oberflächenabflusses. Der Beitrag von Gullies zum Gesamterosionsgeschehen ist jedoch unter Erosionsforschern heftig umstritten: Während die einen nur von spektakulären Erosionsformen sprechen, bezeichnen andere Gullies als die entscheidenden Sedimentquellen und verweisen auf die massiven offsite-Schäden (z. B. Stauseeverfüllung).
Konventionelle terrestrische Messverfahren sowie die Auswertung herkömmlicher Luftbilder werden der hohen räumlichen wie zeitlichen Dynamik der Gully-Systeme nicht annähernd gerecht. Mit großmaßstäbigen multitemporalen Luftbildern (Monitoring), aufgenommen von Heißluftzeppelin und Fesseldrachen, können diese Formen dagegen erfasst, ihre Wachstumsgeschwindigkeit und der Materialaustrag mithilfe von GIS und digitalen Photogrammetriesystemen genau bestimmt und so die Gully-Erosion in unterschiedlichen Klimazonen (subhumid bis arid) in Abhängigkeit von Relief, Oberflächenabfluss, Substrat und Nutzung quantifiziert werden.

Die Forschungsarbeiten werden unter Leitung von Prof. Dr. Johannes B. Ries, Physische Geographie der Universität Trier, und Dr. Irene Marzolff, Institut für Physische Geographie der Universität Frankfurt, unter Beteiligung von studentischen Hilfskräften, Diplomandinnen und Diplomanden durchgeführt. Es besteht Kooperation mit Dr. Manuel Seeger, Physische Geographie der Universität Trier, sowie Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Leuven (Belgien), Zaragoza (Spanien) und Agadir (Marokko). Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter dem Zeichen RI835/2-1 gefördert.

Das Projektkonzept sowie die Untersuchungsmethoden werden auch in Kurzfilmen vorgestellt, die im Rahmen einer Magisterarbeit an der Universität Trier entstanden sind.

 

Literatur

ALBERT, K.-D., MÜLLER, J., RIES, J. B. & MARZOLFF, I. (2004): Aktuelle Landdegradation in der Sahelzone (Burkina Faso). - In: Albert, K.D., Löhr, D. & Neumann K. (Hrsg.): Mensch und Natur in Westafrika. – Ergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich "Kulturentwicklung und Sprachgeschichte im Naturraum Westafrikanische Savanne". Weinheim, S. 289-330.

MARZOLFF, I., RIES, J. B. & ALBERT, K.-D. (2003): Kite aerial photography for gully monitoring in sahelian landscapes. Proceedings of the Second Workshop of the EARSeL Special Interest Group on Remote Sensing for Developing Countries, 18-20 September 2002, Bonn, Germany. (CD-ROM publication)

RIES, J. B. & MARZOLFF, I. (2003): Monitoring of gully erosion in the Central Ebro Basin by large scale aerial photography taken from a remotely controlled blimp. - Catena 50, 2-4, S. 309-328.

MARZOLFF, I., ALBERT, K.-D. & RIES, J. B. (2002a): Fernerkundung vom Fesseldrachen. Luftbild-Monitoring gibt Aufschluss über Schluchterosion in der Sahelzone. – Forschung Frankfurt, 3/2002, S. 16-22.

MARZOLFF, I., ALBERT, K.-D. & RIES, J. B. (2002b): Großmaßstäbiges Luftbildmonitoring in Trockenräumen der Erde – Gully-Erosion in der Sahelzone. – In: JUNGE, A. (Hrsg.): Geowissenschaften in Frankfurt. Kleine Senckenbergische Reihe 43, Frankfurt am Main.

 

geändert am 09. April 2010  E-Mail: Webmastermarzolff@em.uni-frankfurt.de

|

| Zur Navigationshilfe
empty

Seitenabschlussleiste


Druckversion: 09. April 2010, 09:58
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb11/ipg/ag/ma/mogul/index.html