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Obwohl Geographische Informationssysteme (GIS) und Fernerkundung beim Monitoring von Landdegradation und Bodenerosion in regionalem oder gar globalen Maßstabsbereich eine zunehmende wichtige Rolle spielen, ist das Potential insbesondere großmaßstäbiger Luftbilder zur Erfassung und Erklärung geomorphologischer Formen nahezu ungenutzt. Der Grund für diese Forschungslücke ist vor allem die mangelnde Verfügbarkeit der notwendigen Bildmaßstäbe. Die mit konventionellen Luft- und Satellitenbilder erreichbaren räumlichen wie auch zeitlichen Auflösungen entsprechen nicht dem Maßstab und der Dynamik, in der sich Erosionsprozesse wie Gully-Wachstum abspielen: große Bildmaßstäbe sowie hohe Auflösung und zeitliche Flexibilität sind hier notwendig. Für das Luftbild-Monitoring der Gully-Systeme in den einzelnen Arbeitsgebieten werden unbemannte Plattformen mit ferngesteuerten Kameras in niedrigen Flughöhen eingesetzt, die in Zusammenarbeit mit der feinmechanischen Werkstatt des Fachbereichs Geowissenschaften/Geographie entwickelt wurden: |
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Schema der Luftbildbefliegung mit Fesseldrachen |
Drachen-System Das Flugdrachen-System ermöglicht Luftbildaufnahmen bei windigen Verhältnissen aus Höhen bis ca. 200 m. Ein 6 m² großer Rokkaku-Einleiner baut mit bis zu 400 kg genug Zugkraft auf, um auf seiner Halteleine das Aufziehen einer auf Rollen laufenden Gondel für das ferngesteuerte Kamerasystem zu ermöglichen. Ein zweites Seil läuft als Kamerazugseil wenige Meter unterhalb des Drachens über eine Umlenkrolle. Die in der Aufhängung montierte Spiegelreflexkamera wird mittels Funkfernsteuerung ausgerichtet und ausgelöst. Senkrechtaufnahmen für die messtechnische Auswertung lassen sich so ebenso machen wie Schrägaufnahmen, die die Einbettung der untersuchten Gullies in die Landschaft zeigen. Je nach verwendetem Objektiv und Flughöhe ergeben sich für die Originalphotographien Bildmaßstäbe zwischen ca. 1:250 und 1:5000. |
Barranco Rojo bei Botorrita, Provinz Zaragoza (Spanien); Luftaufnahme vom Heißluftzeppelin |
Heißluftzeppelin des Instituts für Physische Geographie |
Heißluftzeppelin
Ferngesteuerte Heißluftzeppeline werden von der Arbeitsgruppe bereits seit 1995 eingesetzt (siehe auch EPRODESERT-Projekt) und können bei Windgeschwindigkeiten bis ca. 3 Beaufort genutzt werden. Sie kombinieren ein offenes Heißluftsystem mit der Form des im Vergleich zum Ballon wesentlich windstabileren Luftschiffes. Das Kamerasystem aus zwei Spiegelreflexkameras ist zur gezielten Ausrichtung des rechteckigen Bildformats mittels elektronischer Winde um 360° drehbar, wobei eine gedämpfte Kardanaufhängung gemeinsam mit der Bewegungsträgheit des Zeppelins verwacklungsfreie Senkrechtaufnahmen sichert. Die Positionierung des Zeppelins erfolgt vom Boden über ca. 500 m lange Fesselleinen; Brenner- und Kamerafunktionen sind ferngesteuert. Je nach verwendetem Objektiv und Flughöhe ergeben sich für die Originalphotographien Bildmaßstäbe zwischen ca. 1:250 und 1:10 000, die nach der Digitalisierung Bodenauflösungen zwischen 3 mm und 12 cm bieten.
geändert am 19. Oktober 2006 E-Mail: Webmastermarzolff@em.uni-frankfurt.de
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Druckversion: 19. Oktober 2006, 10:28
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb11/ipg/ag/ma/mogul/monitoring_d.html