Sommerschule Kritische Wohnungsforschung


Theorie und Praxis einer progressiven Wohnungspolitik

Am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main wird im September 2026 zum vierten Mal die Sommerschule „Kritische Wohnungsforschung – Theorie und Praxis einer progressiven Wohnungspolitik“ stattfinden (vom 22. bis 25.09.). Die Veranstaltung richtet sich gleichermaßen an Studierende und Forschende wie auch an Aktivist*innen aus wohnungspolitischen Bewegungen sowie Praktiker*innen aus Wohnungsunternehmen, Verwaltungen, Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Ausgangspunkt und Motivation für die Veranstaltung bildet die Beobachtung, dass es zwar eine umfangreiche kritische Wissensproduktion in und außerhalb von Universitäten gibt, die sich intensiv mit der finanzialisierten Wohnungswirtschaft und der Neoliberalisierung der Wohnraumversorgung beschäftigt. Ebenso zeigen die aktuellen Debatten zur Rekommunalisierung und Vergesellschaftung, dass zahlreiche Aktivist*innen und Praktiker*innen konkrete Konzepte entwickelt haben, wie eine marktferne und nicht renditeorientierte Wohnraumversorgung organisiert, gestärkt und mit Fragen der demokratischen Steuerung verbunden werden könnte. Gleiches gilt für die sozial-ökologische Transformation des Wohnens. Allerdings hängt sowohl das Wissen über die Strukturen und Akteure der gegenwärtigen Wohnraumversorgung als auch dasjenige über grundlegende wohnungspolitische Alternativen bislang an relativ wenigen Expert*innen. Für einen wohnungspolitischen Wandel erscheint es uns jedoch geboten, das vorhandene Wissen auf breitere Beine zu stellen. Hierzu einen Beitrag zu leisten, ist Ziel der Sommerschule. Konkret wollen wir dazu das Wissen aus kritischer Wohnungsforschung und anwendungsbezogener Praxis in einen konstruktiven Dialog bringen und in Form von Vorträgen, Diskussionsrunden, Workshops und Exkursionen einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Eindrücke zu den ersten beiden Sommerschulen 2021 und 2022, verfasst von Johanna Betz und erschienen in der Zeitschrift sub\urban, finden sich hier: https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/857/1247


Kooperationspartner

Zeitpunkt:22. bis 25. September 2026
Dauer:3,5 Tage
Ort:Institut für Humangeographie, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstalter*innen:Sebastian Schipper, Susanne Heeg und Bernd Belina
Teilnehmer*innen:ca. 75
Teilnahmebeitrag:ca. 20 € (Studierende und andere mit geringen Einkommen) bzw. 40 € (mit höheren Einkommen)
Die Anerkennung als Bildungsurlaub ist beim Land Hessen beantragt.

Bei Interesse an der Sommerschule können Sie sich unter folgendem Link bewerben:

http://tinyurl.com/IHG-surveys/online.php?p=2026_Sommerschule

Nach Ablauf der Anmeldefrist (30.04.2026) erhalten Sie weitere Informationen an die angegebene E-Mail-Adresse sowie auch die Bestätigung, ob angesichts begrenzter Kapazitäten eine Teilnahme möglich ist.

Die Programmübersicht kann HIER als pdf heruntergeladen werden.

"Das Programm mit den Rahmendaten und allen Details kann HIER als pdf heruntergeladen werden."

Auftakt mit dem Utopiemobil: Gemeinsame Zukunftsbilder des Wohnens entwerfen

Zum Auftakt der Sommerschule macht das Utopiemobil Station in Frankfurt am Main und eröffnet einen gemeinsamen Denk- und Gesprächsraum für die kommenden Tage. In offener Atmosphäre sind alle Teilnehmenden eingeladen, sich über Utopien des Wohnens auszutauschen und erste Zukunftsbilder zu entwickeln: Wie könnte gerechtes Wohnen in Zukunft aussehen? Welche sozialen, rechtlichen und räumlichen Utopien lassen sich angesichts aktueller Krisen und Kämpfe formulieren? Und wie können bestehende Erfahrungen in produktive Vorstellungen von Zukunft übersetzt werden? Die im gemeinsamen Austausch entstehenden Ideen, Fragen und Visionen werden per Graphic Recording festgehalten. Sie bilden einen inhaltlichen Referenzpunkt für die gesamte Veranstaltung und werden am letzten Tag erneut aufgegriffen, reflektiert und weitergedacht – als kollektiver roter Faden zwischen Analyse, Kritik und utopischem Entwerfen.
Organisation: Sarah Klosterkamp & Aisha Salih

Vortrag & Diskussion „Politische Ökonomie des Wohnens“ – Andrej Holm

Der Vortrag entwickelt eine politökonomische Analyse der gegenwärtigen Wohnungskrisen und rückt die Eigentumsverhältnisse im Wohnungswesen ins Zentrum der theoretischen und empirischen Betrachtung. Ausgehend von der Annahme, dass Wohnungsnot kein historischer Ausnahmezustand, sondern ein strukturelles Merkmal marktförmig organisierter Wohnversorgung ist, wird die Wohnungsfrage als integraler Bestandteil kapitalistischer Gesellschaftsverhältnisse diskutiert. Anknüpfend an marxistische und postmarxistische Ansätze der Politischen Ökonomie sowie an die Arbeiten von Manuel Aalbers und Brett Christophers wird Wohnen in drei analytischen Dimensionen gefasst: als Moment der Kapitalzirkulation, als soziales Verhältnis und als ideologisch verankerte Praxis. Der Vortrag zeigt, wie Immobilieneigentum als Anlageform und Wertspeicher, als Macht- und Herrschaftsverhältnis zwischen Vermieterinnen und Mieterinnen sowie als Träger hegemonialer Vorstellungen von Markt, Eigentum und Akkumulation wirkt. Steigende Mieten, Eigentümerwechsel, Umwandlungen und Verdrängungsprozesse erscheinen dabei nicht als Fehlentwicklungen, sondern als systematische Effekte einer immobilienwirtschaftlichen Marktlogik. Der Vortrag versteht die Politische Ökonomie des Wohnens als einen ganzheitlichen Analyseansatz, der ökonomische Prozesse nicht isoliert betrachtet, sondern systematisch in ihre sozialen, politischen und historischen Kontexte einbettet. Im Fokus stehen dabei die strukturellen Abhängigkeiten zwischen Eigentumsordnung, Marktmechanismen und staatlichen Institutionen sowie deren Wirkung auf Wohnverhältnisse und soziale Ungleichheit. Durch die historische Perspektive wird deutlich, dass die gegenwärtige Organisation des Wohnens weder naturgegeben noch alternativlos ist, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen und gesellschaftlicher Aushandlungen – und damit prinzipiell veränderbar. 

Andrej Holm ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Stadt- und Regionalsoziologie des Instituts für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Stadtentwicklung, Gentrification und Wohnungspolitik. 

Vortrag & Diskussion „Und immer, wirklich immer wieder grinst das Murmeltier.
Schlaglichter aus 200 Jahren Streit um das Wohnen als Infrastruktur“ – Barbara Schönig 

Seit bald 200 Jahren befassen sich Wissenschaft und Politik mit der Frage, wie Wohnen für alle bezahlbar, angemessen und ökologisch bereitgestellt werden kann. Vom selbstgenutzten Wohneigentum für alle, über mehr Wohnungsbau bis zur Bodenreform gleichen sich in Vergangenheit und Gegenwart die Vorschläge, dieser Herausforderung zu begegnen. Der Vortrag betrachtet die historische Kontinuität einzelner Strategien, die individuelle Wohnpraktiken, Techniken und Gestaltung des Wohnungsbaus oder die Regulierung von Wohnungsversorgung adressieren. Offenbar wird dabei die Hegemonie gerade jener gesellschaftlich affirmativen Strategien, die den Warencharakter des Wohnens nicht dauerhaft in Frage stellen – und Wohnungsfrage(n) daher stetig neu hervorbringen, statt sie zu lösen. Eine Perspektive auf das Wohnen als Infrastruktur kann konzeptionell einen Weg weisen, um eine sozial und intergenerationell gerechte Wohnungsversorgung zu etablieren. 

Barbara Schönig ist Professorin für Stadtplanung an der Bauhaus-Universität Weimar und Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „Gewohnter Wandel. Gesellschaftliche Transformation und räumliche Materialisierung des Wohnens“. Im Fokus ihrer Forschung stehen interdisziplinäre Wohnungsforschung, Wohnungsversorgung sowie Partizipation und Governance in der Stadtentwicklung. 

Vortrag & Diskussion „Konzeptverfahren und Herausforderungen gemeinschaftlicher Wohnprojekte“ – Birgit Kasper 

Konzeptverfahren sind eine Alternative zur üblichen Höchstpreis- oder Direktvergabe, insbesondere bei der Vermarktung von Liegenschaften durch die öffentliche Hand. Da es kein förmliches Verfahren ist, gibt es bundesweit unterschiedliche Varianten und durchweg aufschlussreiche Erfahrungen damit. Am Frankfurter Beispiel wird erläutert, wie Konzeptverfahren funktionieren und welche Gestaltungsmöglichkeiten sie für eine nachhaltige Quartiersentwicklung bieten. 

Birgit Kasper ist Stadtplanerin und Diplom-Verwaltungswirtin und hat längere Zeit in verschiedenen Bereichen der Stadtforschung gearbeitet. Seit 2009 leitet sie die Geschäftsstelle des Netzwerks Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V. sowie die Landesberatungsstelle für gemeinschaftliches Wohnen in Hessen und ist im Vorstand des FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V. – Bundesvereinigung sowie im Kuratorium der Stiftung trias. 

Workshop 1 „Heizen ist politisch! Strategien für eine soziale Wärmewende im Wohngebäudebereich“ 

Die Novellierungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) lösten nicht nur intensive politische Debatten aus, sondern erweiterten auch die sozial-ökologischen Transformationskonflikte des Wohnens um Fragen der Wärmeversorgung und der kommunalen Wärmeplanung. Kämpfe für klimagerechtes Wohnen können sich seitdem nicht mehr nur mit der Frage von energetischen Sanierungen beschäftigen, sondern benötigen auch ein Verständnis der Strukturen, Akteure und Dynamiken der Energieversorgung. In unserem Workshop möchten wir deswegen eine Brücke schlagen zwischen lokalen Kämpfen um warmmietenneutrale Sanierungen, der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und den neuen Entwicklungen unter der schwarz-roten Bundesregierung. Der Workshop hat zwei Teile: Im ersten Teil steht die Diskussion mit Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Aktivismus im Zentrum; im zweiten Teil gibt es die Möglichkeit, im Rahmen eines World-Cafés die Thematik in Kleingruppen zu vertiefen.
Organisation: Florian Janik & Marina Mironica 

Workshop 2 „Neue Wohnungsgemeinnützigkeit“ 

Auf der Basis zentraler Essentials einer Neuen Wohngemeinnützigkeit (NWG) sollen aktueller Stand und Umsetzungsstrategien diskutiert werden. Dazu werden Fragen der Zuständigkeit (wären Landesgesetze möglich?) und der Finanzierung (reicht Steuerbefreiung oder ist ein Zuschuss erforderlich?) behandelt. Auch sollen Überlegungen zur gemeinnützigen Orientierung kommunaler Wohnungsunternehmen durch politische Vorgaben auch ohne eine NWG-Lösung angesprochen werden.
Organisation: Jan Kuhnert 

Workshop 3 „Vergemeinschaftung von Wohnen und Boden“ 

Eine Vergemeinschaftung von Wohnen und Boden zielt auf den Ausschluss von Marktlogiken bei der Vermietung von Wohnungen, der Verpachtung und Bebauung des Bodens. In der Regel erhalten Mieter*innen die Möglichkeit, sich bei der Entwicklung von Wohnprojekten zu beteiligen. Vergemeinschaftung eröffnet damit sowohl die Chance als auch die Herausforderung der aktiven Gestaltung von Wohnprojekten mit Auswirkungen auf Wohnumgebung und Bezahlbarkeit von Wohnen. In dem Workshop werden Projekte hinsichtlich ihrer Potenziale für Vergemeinschaftung, Finanzierung, Begrenzung der Mieten und der Wohnsicherheit analysiert. Thematische Inputs geben Tobias Bernet (Geschäftsführer wohnbund e.V.; SoWo Leipzig eG) und Joscha Metzger (Stattbau Hamburg).
Organisation: Susanne Heeg 

Workshop 4 „Wohnungspolitik in Bund, Land und Kommune“ 

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Wohnungspolitik auf verschiedenen Ebenen des Staates funktioniert und welche Wechselwirkungen zwischen diesen bestehen. Im ersten Teil wird anhand kurzer Erfahrungsberichte aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik ein Einblick in den fachpolitischen Arbeitsalltag vermittelt und ein Raum für Wissenstransfer eröffnet. Im zweiten Teil wollen wir anhand übergreifender Einflussfaktoren (z.B. Finanzen, Recht, Einfluss gesellschaftlicher Akteure) mögliche Ansatzpunkte für die Wohnungsforschung und für eine sozial-ökologische Wohnungspolitik identifizieren und gemeinsam diskutieren.
Organisation: Felix Wiegand & Tabea Latocha 

Workshop 5 „Strategien transformativer Wohnungspolitik“ 

Der Workshop widmet sich der Frage, wie eine transformative Wohnungspolitik jenseits rein technokratischer oder reformistischer Ansätze gedacht und praktisch entwickelt werden kann. Ausgangspunkt ist die Diagnose eines strukturellen Marktversagens in der sozialen Wohnversorgung sowie der grundlegende Konflikt zwischen Wohnen als Zuhause und Wohnen als Immobilie. Auf dieser Grundlage werden unterschiedliche Reformstufen der Wohnungspolitik diskutiert und danach gefragt, welche Strategien tatsächlich auf Umverteilung, Dekommodifizierung und eine Verschiebung von Machtverhältnissen zielen. Im Mittelpunkt stehen dabei drei zentrale Ansatzpunkte transformativer Politik: commons-orientierte Modelle kollektiver Nutzung und Verfügung, Formen der Kommunalisierung und Rekommunalisierung durch die öffentliche Hand sowie staatliche Regulierungsinstrumente. Diese Ansätze werden vergleichend auf ihre jeweilige transformative Reichweite, ihre sozialen Effekte und ihre politischen Durchsetzungsbedingungen hin untersucht. Der Workshop versteht sich als Raum für gemeinsame Analyse und Diskussion. Ziel ist es, unterschiedliche Strategien nicht isoliert zu bewerten, sondern in ihren Wechselwirkungen zu betrachten und ihre Potenziale für eine demokratische, gemeinwirtschaftliche und sozial orientierte Wohnraumversorgung auszuloten.
Organisation: Andrej Holm 

Workshop 6 „Angewandt-kritische Wohnungsforschung“ 

In diesem Workshop setzen wir uns mit der Verbindung von kritisch positionierter Forschung und emanzipatorischer Praxis in der Wohnungspolitik auseinander. Im ersten Teil werden verschiedene theoretische Ansätze wie Public Sociology oder Participatory Action Research in Kurzinputs vorgestellt und deren methodische Unterschiede herausgearbeitet. Anschließend entwickeln wir in Kleingruppen konkrete Überlegungen, wie diese Ansätze in der kritischen Wohnungsforschung und -politik gezielt Anwendung finden können. Der Workshop bietet somit Raum für einen intensiven Dialog zwischen Theorie und transformativer Praxis.
Organisation: Tabea Latocha & Felix Wiegand 

Workshop 7 „Herausforderungen der (neuen) Genossenschaftsbewegung“ 

Genossenschaften nehmen auf dem Wohnungsmarkt eine Position „dazwischen“ ein. Einerseits bieten sie – qua Rechtsform vom Markt entkoppelt und mit umfangreichen Mitgestaltungsrechten ausgestattet – sicheren und häufig günstigen Wohnraum. Andererseits wurden auch sie von der allgemeinen Neoliberalisierung erfasst. „Traditionsgenossenschaften“ agieren mitunter marktförmiger und undemokratischer als nötig, „Neue Genossenschaften“ sehen sich dem Vorwurf sozialer und ökonomischer Exklusivität ausgesetzt. Im Workshop mit Vertreter*innen von „Traditionsgenossenschaften“ (Cora Lehnert, Wohnungsbaugenossenschaft Frankfurt am Main) und „Neuen Genossenschaften“ (Tobias Bernet, SoWo Leipzig eG/wohnbund e.V.; Jürgen Schardt, Mietshäusersyndikat) sowie der Stadt Frankfurt (Sara Schmitt Pacifico, Dezernat Planen und Wohnen & Robin Mohr, GIMA) werden Form, Stand und Möglichkeiten diskutiert.
Organisation: Bernd Belina, Susanne Heeg & Sebastian Schipper 

Workshop 8 „Mietenpolitische Bewegung: Vom Klingeln an der Haustür zur mietenpolitischen Analyse“ 

Der Workshop widmet sich aktuellen mietenpolitischen Auseinandersetzungen und stellt ein Recherche- und Hausbesuche-Projekt in Marzahn-Hellersdorf vor. Im Mittelpunkt stehen empirische Einblicke aus Gesprächen mit Mieter*innen in unterschiedlichen Wohnblocks sowie die Frage, wie verschiedene Besitz- und Eigentumsverhältnisse Bewirtschaftung, Instandhaltung und Wohnqualität prägen. Gemeinsam diskutieren wir, wie solche Forschungsmethoden zur Analyse mietenpolitischer Konflikte beitragen können und welche politischen Implikationen sich daraus ergeben. Mit Referent*innen aus der mietenpolitischen Forschung und Praxis (u.a. Christoph Trautvetter, Katalin Gennburg, Mellisa Skármeta Moraga, Helen Wandel).
Organisation: Sarah Klosterkamp 

Workshop 9 „Wohnen ohne Stimme – warum das Gemeinwohl keine Lobby hat“ 

Der Workshop beleuchtet, warum wohnungspolitische Entscheidungen heute stark von finanzstarken Interessen geprägt sind und weshalb gemeinwohlorientierte Perspektiven strukturell kaum Gehör finden. Im ersten Teil wird aufgezeigt, wie ungleiche Machtverhältnisse in der Immobilienpolitik wirken, wie Lobbystrukturen funktionieren und warum auch ursprünglich gemeinwohlnahe Organisationsformen in diese Logiken eingebunden wurden. Der zweite Teil zieht eine nüchterne Bestandsaufnahme gemeinwohlorientierter Interessenvertretung, benennt ihre Grenzen und skizziert, was es an Zusammenarbeit, Ressourcen und Verbindlichkeit bräuchte, um politisch wirksam zu werden.
Organisation: Robin Mohr, Sara Schmitt Pacifico & Susanne Heeg 

Werkstatt: Ideenaustausch zu Forschungs- und Recherchebeiträgen 

Ob Mieterbewegung oder Mieterverein, Genossenschaft oder Hausgemeinschaft, Kommunalpolitik oder städtische Verwaltung: Wolltest du schon immer ein bestimmtes Thema rund ums Wohnen vertiefend erforschen, aber selbst fehlen die Ressourcen? Und umgekehrt: Du suchst nach einer Idee für eine Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit bzw. ein Forschungsprojekt? In der Werkstatt bringen wir Fragen, Interessen und Bedarfe zusammen und entwickeln daraus erste Ideen für Forschungsarbeiten.
Organisation: Bernd Belina

Architekturberatung „Utopie auf vier Rädern: Raum für große Visionen und ganz persönliche Architekturfragen“ – Benedikt Hartl 

Im Inneren wird gezeichnet, skizziert, gedacht, gestritten und geträumt – direkt, spontan und auf Augenhöhe. Vorbeikommende können ihre Ideen, Sorgen oder Visionen mitbringen und erleben, wie Architektur im Moment entsteht. Zwischen Stadtutopie und persönlichem Wohnproblem wird Beratung zur performativen Handlung und zum gemeinsamen Entwerfen einer gerechteren gebauten Welt.
Organisation: Sarah Klosterkamp & Benedikt Hartl